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Neues Schulfach „Fürs Leben lernen“ startet an der Gesamtschule Am Wassermann

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Der VGS Köln e.V. vermittelt Jugendlichen alltagsnah Gesundheitskompetenz zu Bewegung, Regeneration und Ernährung 

 

Wie viel Bewegung braucht mein Körper? Was hilft mir bei Stress? Und kann ich eigentlich jedem Gesundheitstipp auf Social Media vertrauen? Fragen wie diese stehen seit September an der Gesamtschule Am Wassermann auf dem Stundenplan. Im neu eingeführten Unterrichtsfach „Fürs Leben lernen“ übernimmt der VGS Köln e. V. mit dem Präventionsmodul „Gesundes Leben“ einen Schwerpunkt rund um die Gesundheitskompetenz von Jugendlichen. 

Schon im Leitbild der Gesamtschule Am Wassermann wird deutlich, wie wichtig es ist, neue Wege zu gehen und Schüler:innen in ihrem Alltag abzuholen. Gesundheit und Wohlergehen sind für die Gesamtschule Am Wassermann deutliche Maßgaben im Aufbau der 2024 gegründeten Schule. Genau hier setzt das neue Fach „Fürs Leben lernen“ an.

Schule sollte nicht mehr nur ein Ort sein, an dem Fachwissen vermittelt wird, sondern auch konkrete Strategien für den Umgang mit den Herausforderungen des Alltags vermitteln.

Themen wie künstliche Intelligenz – ihre Chancen und Risiken –, Mobbing und Cybermobbing, Handysucht und Gesundheit betreffen die Schüler:innen unmittelbar.

Eine Studie der Universität Potsdam aus dem Jahr 2026 verdeutlicht, wie stark viele Jugendliche psychisch belastet sind. Die suchtähnliche Nutzung von Smartphones ist allgegenwärtig, viele Jugendliche nutzen KI, um Probleme zu lösen, und verschiedene Formen von Gewalt gehören häufig zum schulischen Alltag.

Mit vier unterschiedlichen Modulen zu diesen Themen starten wir im Jahrgang 7, um die Jugendlichen auf diese Herausforderungen vorzubereiten. Ziel ist es, ihnen das nötige Grundwissen zu vermitteln, damit sie die Herausforderungen einordnen, verstehen und ihnen kompetent begegnen können.

Im Mittelpunkt steht die Entwicklung von Lebenskompetenzen, die unabhängig von den klassischen Unterrichtsfächern an der Gesamtschule vermittelt werden.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Förderung der Gesundheitskompetenz. Die Jugendlichen setzen sich mit den Grundlagen einer gesunden Lebensführung auseinander. Dazu gehören Bewegung, Ernährung und Regeneration ebenso wie Stressbewältigung und mentale Gesundheit.

Ein weiteres Modul widmet sich der Stärkung der sozialen Kompetenzen. Die Schüler:innen lernen Am Wassermann, respektvoll miteinander umzugehen sowie Konflikte frühzeitig zu erkennen und zu lösen. Auch Cybermobbing und verschiedene Möglichkeiten der Unterstützung spielen in diesem Modul eine wichtige Rolle.

Außerdem beschäftigen sich die Schüler:innen intensiv mit problematischer Handynutzung und Strategien, um diese zu erkennen und ihr vorzubeugen. Eine der Fragen, die sie sich dabei stellen, lautet: Wie sieht deine Bildschirmzeit aus?

Auch künstliche Intelligenz ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Für viele Menschen ist dieses Themenfeld jedoch schwer zu durchschauen. Gemeinsam mit den Schüler:innen wollen wir uns damit auseinandersetzen, um sowohl die Risiken als auch die Chancen der künstlichen Intelligenz besser zu verstehen und einordnen zu können.

Das neue Fach „Fürs Leben lernen“ könnte möglicherweise ein Schritt hin zu einem Lebenskompetenz-Curriculum für Schulen sein. Es schafft ein handlungsorientiertes Konzept mit konkretem Bezug zur Lebenswelt der Schüler:innen.

Das vom VGS Köln e. V. in Zusammenarbeit mit Lehrkräften der Gesamtschule Am Wassermann entwickelte Modul „Gesundes Leben“ umfasst zehn Unterrichtseinheiten à 60 Minuten. Im Mittelpunkt stehen Bewegung, Regeneration und Ernährung. Statt mit starren Regeln zu „gesund“ und „ungesund“ zu arbeiten, sollen die Jugendlichen verstehen, was ihrem Körper guttut, Gesundheitsinformationen kritisch hinterfragen und Strategien entwickeln, die zu ihrem eigenen Alltag passen. Die Expert:innen des VGS Köln e. V. begleiten das Modul mit gesundheits-, sport- und ernährungswissenschaftlicher Expertise direkt im Klassenraum sowie mit einem Evaluationskonzept, um zu erfassen, welche Wirkung das innovative Lehrkonzept auf die Schüler:innen hat.  

„Gesundheitskompetenz entsteht nicht von allein. Jugendliche sind heute mit einer enormen Menge an Informationen zu Ernährung, Fitness und Gesundheit konfrontiert – insbesondere über soziale Medien. Umso wichtiger ist es, ihnen früh das Wissen und die Werkzeuge mitzugeben, mit denen sie Informationen einordnen und selbst gute Entscheidungen für ihre Gesundheit treffen können. Prävention muss deshalb nah am Alltag ansetzen – und dort, wo wir junge Menschen erreichen: in der Schule“, weiß Prof. (em.) Dr. Ingo Froböse, Vorsitzender des VGS Köln e. V. 

Praxisnähe spielt dabei eine zentrale Rolle: Mit kurzen „Exercise Snacks“ entwickeln die Schüler:innen Bewegungseinheiten für ihren Alltag. Sie beschäftigen sich damit, wie Belastung und Regeneration zusammenhängen, und nehmen beim „Reel-Check“ Fitness- und Ernährungstipps aus sozialen Medien unter die Lupe. Auch Ernährung wird ohne Diät- oder Schönheitsdruck thematisiert. Am Ende entsteht eine persönliche „Health-Toolbox“ mit Ideen und Strategien, die die Jugendlichen über den Unterricht hinaus nutzen können. 

Das Modul startet zunächst in einer siebten Klasse. Drei weitere Durchgänge sind geplant, um das Konzept zu evaluieren und weiterzuentwickeln. Perspektivisch soll „Gesundes Leben“ auch an weiteren Schulen zum Einsatz kommen.