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Mythos oder Wahrheit? Braucht der Körper im Herbst mehr Vitamine?

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Die Tage werden kürzer und die Temperaturen sinken. Schnell entsteht der Eindruck, dass unser Körper im Herbst automatisch mehr Vitamine braucht. Doch stimmt das wirklich oder hält sich hier ein hartnäckiger Mythos?

 

Der Vitaminbedarf richtet sich nicht nach dem Kalender

Ob der Körper ausreichend mit Vitaminen versorgt ist, hängt nicht einfach von der Jahreszeit ab. Entscheidend sind vielmehr die individuelle Ernährung und Lebenssituation. Der Herbst allein führt bei gesunden Menschen nicht dazu, dass plötzlich mehr Vitamin C, Vitamin A oder andere Vitamine benötigt werden. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen und anderen nährstoffreichen Lebensmitteln liefert dabei viele verschiedene Vitamine und Mineralstoffe. Wer sich im Sommer ausgewogen ernährt hat, braucht also nicht automatisch einen „Vitamin-Schub“, sobald die ersten Blätter fallen.

Vitamin D – eine Ausnahme

Bei Vitamin D lohnt sich allerdings ein genauerer Blick. Anders als die meisten Vitamine kann der Körper Vitamin D mithilfe von Sonnenlicht selbst bilden, dafür braucht es jedoch ausreichend UV-B-Strahlung. Im Herbst und Winter steht davon deutlich weniger zur Verfügung, wie Khanna und Kolleg*innen (2022) für Europa nachweisen konnten. Entsprechend nimmt in den sonnenärmeren Monaten auch die körpereigene Vitamin-D-Produktion ab und der Vitamin-D-Spiegel kann sinken.

Unser Fazit

Der Herbst bedeutet nicht automatisch: mehr Vitamine. Für die meisten Vitamine verändert sich der Bedarf durch den Jahreszeitenwechsel nicht. Vitamin D nimmt jedoch eine besondere Stellung ein, weil seine körpereigene Bildung vom Sonnenlicht abhängt. Eine abwechslungsreiche Ernährung bleibt deshalb das ganze Jahr über wichtig – im Herbst genauso wie im Frühling oder Sommer.