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19.08.2026
Immer eine Idee parat – Bewegung und Spiel für den OGS-Alltag
„Mir ist langweilig“, „ich hab keinen Bock mehr!“ – Sätze, die wohl jede pädagogische Fachkraft im OGS-Alltag schon einmal gehört hat. Gerade in offenen Situationen, bei kurzen Wartezeiten oder nach längeren Konzentrationsphasen, kann Langeweile häufig als Zünder für Konflikte und Streitigkeiten dienen. Genau in solchen Szenarien, kann ein kurzes Spiel den Druck nehmen und die Kinder auf die folgenden Aktivitäten vorbereiten. Doch im hektischen Alltag fehlt häufig Zeit, Platz und Material, um ein passendes Angebot zu planen.
Dabei muss ein gutes Spiel nicht zwingend aufwendig vorbereitet sein. Oft reichen wenige Minuten, ein kleiner Impuls und eine gute Idee, um mit einer unruhig werdenden Gruppe die Zeit elegant zu überbrücken oder sie auf die nächsten Ereignisse vorzubereiten.
Spiele als Teil des OGS-Alltags
Spiel und Bewegung gehören für Kinder ganz selbstverständlich zum Alltag. Besonders im offenen Ganztag entstehen immer wieder Situationen, in denen Bewegung einen sinnvollen Ausgleich schaffen kann. Nach dem Unterricht wollen sich viele Kinder bewegen, Energie loswerden und gemeinsam mit anderen aktiv sein. Gleichzeitig bietet gemeinsames Spielen viele Möglichkeiten für soziale Erfahrungen. Kinder lernen, Regeln einzuhalten, aufeinander Rücksicht zu nehmen, gemeinsam Lösungen zu finden und auch mit dem Gewinnen und Verlieren umzugehen.
Dabei muss es nicht immer Fußball sein. Ein kurzer Energizer kann ein Wundermittel sein, um neue Energie in eine Gruppe zu bringen oder Stimmungen aufzufangen. Ein Fangspiel auf dem Schulhof kann Bewegung und Spaß miteinander verbinden, während ein kooperatives Spiel im Klassenzimmer oder auch im angrenzenden Grün die Zusammenarbeit und das Wir-Gefühl stärkt.
Das passende Spiel für die jeweilige Situation
Natürlich passt nicht jedes Spiel zu jeder Gruppe und jedem Zeitpunkt. Eine große Gruppe braucht einen anderen Impuls als eine kleine Gruppe. Manchmal stehen in der Zeit bis zum Mittagessen nur fünf Minuten zur Verfügung, manchmal kann ein ganzes Bewegungsangebot von über einer Stunde entstehen, wenn die Sonne scheint und der Schulhof ein wenig Platz hergibt. Auch die Stimmung innerhalb der Gruppe spielt eine große Rolle.
Und genau hier liegt eine der wohl wichtigsten Kompetenzen pädagogischer Fachkräfte: Situationen wahrnehmen und flexibel darauf reagieren.
Braucht die Gruppe gerade einen kurzen Bewegungsimpuls nach der Lernzeit? So bietet sich vielleicht ein Energizer an. Ist die Gruppe unruhig und soll wieder zusammenfinden? So kann ein kurzes kooperatives Spiel sinnvoll sein. Steht dagegen eine größere Angebotszeit zur Verfügung und die Gruppe hat Lust darauf, etwas größeres und komplexeres zu spielen? Können komplexere Team- oder Wettkampfspiele eingesetzt werden.
Ein gutes Spielerepertoire funktioniert dabei wie eine Art Werkzeugkoffer: Je mehr unterschiedliche Werkzeuge ich in meinem Koffer habe, desto leichter kann ich auf die jeweilige Situation reagieren. Ein großer Werkzeugkoffer trägt also dazu bei, dass die „Türschwellen-Vorbereitung“ einfacher von der Hand geht.
Weniger Vorbereitung, mehr Möglichkeiten
Einer der wohl größten Vorteile von solchen Spielen und kurzen Bewegungsimpulsen liegt darin, dass häufig mit wenig Material und Vorbereitung auskommen. Gerade das macht sie für den hektischen und durchgetakteten OGS-Alltag interessant. Ein Spiel kann spontan auf dem Schulhof, im Gruppenraum oder auch zwischen zwei Programmpunkten vor der Küche stattfinden.
Hierbei darf auch Kreativität eine Rolle spielen. Nahezu alle Spiele lassen sich verändern, verkürzen, erweitern und an die jeweilige Gruppe und Situation adäquat anpassen. Aus einem bekannten Fangspiel lässt sich schnell ein kooperatives Spiel formen, aus dem lustlosen Spielen mit Hütchen und Seilen schnell eine Gruppenaufgabe. So entstehen immer wieder neue Möglichkeiten, ohne dass jedes Mal ein komplett neues Angebot entwickelt werden muss.
Von der Idee zur Umsetzung
Um den Werkzeugkoffer im Alltag sicher nutzen zu können, braucht es vor allem praktische Erfahrung. Spiele müssen ausprobiert werden, bevor man sie souverän anleiten kann. Gleichzeitig hilft es, die eigenen Spieleideen nach verschiedenen Kategorien zu sortieren: Was eignet sich für fünf Minuten? Was funktioniert mit 20 Kindern? Welche Spiele brauchen Material? Welche fördern Kooperation, welche eher den Wettbewerb?
Mit diesem Gedanken ist auch die Fortbildung „bewegte OGS Momente – Entwickle deinen Werkzeugkoffer“ entstanden. Im Mittelpunkt steht nicht das bloße Sammeln möglichst vieler Spiele, sondern die Frage, wie Spiele gezielt und flexibel im OGS-Alltag eingesetzt werden können. Energizer, kleine Bewegungsspiele, kooperative Aufgaben und kompetitive Spiele werden ausprobiert und hinsichtlich ihrer Einsatzmöglichkeiten betrachtet.
Denn manchmal braucht es gar kein großes Konzept. Manchmal braucht es einfach jemanden, der in der richtigen Situation sagt: „Kommt, wir spielen!“
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